Orscheler Sommer 2012
Die inoffizielle Seite zum Orscheler Sommer
Sommer Nachrichten
Fischerstechen 2011 beim Hessentag!
- 15.05.2011 16:02
Die Kunstgriff-Macher kommen dem Wunsch der Stadt Oberursel nach. Daher findet das Fischerstechen bereits am 16.Juni 2011 im Rahmen des Hessentags statt.
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- 29.06.2005 17:24
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- 1992 September
- Veteranentreffen
Dieter Kunzelmann und Bernd Rabehl erinnern sich an »68«
Am vergangenen Samstag trafen sich im Kulturverein Charlottenburg, einer
konspirativ im Hinterhof gelegenen Mischung aus Kneipe und Wohnzimmer, einige
in die Jahre gekommene Damen und Herren, um vergangener Zeiten zu gedenken
und sich nebenbei zu fragen, was von den antiautoritären Aufbrüchen der
sechziger Jahre übriggeblieben ist. Man war unter sich, und wenn es ein
deutliches Zeichen dafür gibt, wie sehr die Jahre 1966 ff. mittlerweile in
die historische Ferne gerückt sind, war es die träge Stammtischgemütlichkeit
dieses Abends.
Die Protagonisten der archäologischen Ausgrabungen waren zwei zentrale
Kontrahenten des linksradikalen Flügels im SDS: Der »Aktionspolitologe«
Dieter Kunzelmann und der mittlerweile im akademischen Feld arrivierte Bernd
Rabehl. Sie stehen für den Abstand zwischen existentieller Revolte und
Berufspolitikertum, zwischen Boheme-Existenz und akademischer Karriere. Wie
sehr diese Konfliktlinien noch heute den Umgang mit antiautoritären Radikalen
wie Kunzelmann bestimmen, war zuletzt innerhalb der taz zu besichtigen:
Nachdem die Berlin-Redaktion im Juli 1991 gewagt hatte, gegen die Weisung der
Chefredaktion ein Gedicht Kunzelmanns zu veröffentlichen, in dem er sich
Diepgen als Opfer eines Attentats vorgestellt hatte, wurde der gesamten
Redaktion der Berlin- Kultur gekündigt.
1968 führte der Konflikt zwischen Realpolitikern und Provokateuren zum
Rauswurf der Kommune 1 (Kunzelmann, Fritz Teufel, Rainer Langhans & Co) aus
dem SDS: Man hatte Angst, durch die Manöver der Kommune in die Illegalität
getrieben zu werden. Rabehl berichtete von der Irritation, die Kunzelmanns
antibürgerliche Konsequenz bei ihm auslöste, etwa als Kunzelmann forderte,
man müsse sich kriminalisieren, um nicht mehr in das bürgerliche Leben
zurückzukönnen. Selbstkritisch beschrieb Rabehl die kleinbürgerlichen Züge in
der Mentalität der SDSler, die bei aller theoretischen Radikalität das Ziel
einer ordentlichen Karriere nie aus den Augen verloren. Kunzelmanns
situationistische Haltung, die Revolutionierung des Alltagslebens zu
erproben, mußte diesen Leuten bedrohlich erscheinen. Als Beispiel nannte
Rabehl das gepflegte Spießertum im Liebesleben der Revolutionäre, für das der
religiös und asketisch sozialisierte Dutschke ein Exempel abgab: »Der
Dutschke war so erzogen, daß er die Frau, mit der er zum ersten Mal schläft,
heiraten muß, und das hat er dann auch getan.«
Das illusionslose Resümee der Sparringspartner: von heute aus gesehen seien
die Abenteuer ihrer Jugend vor allem einem Modernisierungsschub der
verstaubten bundesrepublikanischen Gesellschaft entgegengekommen. »68«: eine
Kulturrevolution, an deren Ende nicht befreite Individuen, sondern
pflegeleichte Konsumenten und eine wettbewerbsfähige Industrie stehen -
spätestens seit Foucault keine besonders originelle These mehr. Bezeichnend
für das geistige Klima und die Stimmung der angegrauten Subversiven
allerdings ist die müde Selbstverständlichkeit, mit der das eigene Scheitern
akzeptiert wird. Peter Laudenbach
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T920930.131 TAZ Nr. 3822 Seite 37 vom 30.09.1992
95 Zeilen von TAZ-Bericht peter laudenbach
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